Die politische Lage in Haiti beeinflusst die Arbeit des Vereins

Die Situation in Haiti verschärft sich. Es gibt kein Benzin zu kaufen und die Lebensmittelpreise sind auf mehr als das Doppelte gestiegen. Einiges ist gar nicht zu bekommen. Für September müssen die Gehälter mehr als üblich erhöhet werden. An beiden Standorten gibt es Wassermangel, vor allem weil in Nan Ginen mit dem Wiederaufbau der Anlage nach dem Erdbeben nicht weitergearbeitet werden kann und weil zum Weiterbau an der Anlage in Fontrankil die Ingenieure, die EWB's, fehlen.

Auch in Beaumont gab es mittlerweile eine Schießerei. Zum Glück wurde niemand lebensgefährlich verletzt. Autofahren in Beaumont ist nicht mehr möglich, Motorräder werden meist noch durchgelassen. Oft sind Barrikaden am Westeingang Beaumonts, im Viertel Nan Ginen, wo das alte Waisenhaus und die Propangastankstelle sind. Da bei solchen Barrikaden meist brennende Autoreifen eingesetzt werden, kann die Propangastankstelle aus Sicherheitsgründen nicht mehr befüllt werden.




Auf nationaler Ebene wurde jetzt von Aufständischen dazu aufgerufen, alle Banken niederzubrennen. Das kann natürlich auch den Verein komplett blockieren. Letztlich fordern die Aufständischen eine Abdankung der Interimsregierung, d.h. insbesondere des Premierministers. Was dann folgt, ist nicht abzuschätzen.


Mittlerweile kam eine Anordnung des Schulministeriums, den Schulanfang um einen Monat zu verschieben. Nachdem wir in den letzten Jahren schon so viel Zeit verloren haben durch die Pandemie, ist das ein großes Problem. Den Stoff in einem Monat weniger unterzubringen, ist eigentlich nicht möglich. Betroffen sind auch unsere Studenten in Les Cayes. Unklar, was die Universitäten jetzt machen, aber die Transporte zu den Universitäten sind fast unmöglich.

Aber besonders erfreulich ist: Alle unsere Sekundarschüler haben dieses Jahr bestanden! Unsere revolutionären Methoden fangen an, Früchte zu tragen. Bei den Studenten liegen noch keine Ergebnisse vor.

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